SZ-Krimiabend im Schloss-Gefängnis

Er war der in den 1990er Jahren wahrscheinlich meistgesuchte und wohl auch prominenteste Bankräuber der Republik: Heinz-Otto Hermann. Besser bekannt unter dem Namen „Rotkäppchen“. So hatten ihn Polizisten und Medien getauft, weil er bei seinen insgesamt 28 Banküberfällen stets eine rote Maske getragen hatte. Am 17. Juni wird er in Radeberg seine durchaus ungewöhnliche Geschichte erzählen. Beim Krimiabend der Sächsischen Zeitung im alten Gefängnis von Schloss Klippenstein. Gemeinsam mit SZ-Autor Thomas Schade - der den Fall in einem seiner Bücher über sächsische Kriminalfälle veröffentlicht hatte - wird Heinz-Otto Hermann zur Lesung nach Radeberg kommen. Moderiert wird die Runde von SZ-Redakteur Jens Fritzsche.

Ein spannender Abend steht also an in den alten Mauern des Amtsgefängnis. Denn die rote Maske ist nicht die einzige Ungewöhnlichkeit an diesem tatsächlich ungewöhnlichen Bankräuber gewesen. Alle Bankangestellten beschrieben ihn beispielsweise als durchaus höflichen Menschen. Zudem gelang es ihm, auf immer wieder kuriose Weise unterzutauchen. Nach seiner Festnahme wurde der Grund schnell klar: Heinz-Otto Hermann hatte an der Offiziershochschule der Nationalen Volksarmee in Kamenz Flieger im Überleben und Untertauchen nach Flugzeugabschüssen im Feindesland trainiert.

Ungewöhnlich war aber auch sein Motiv für die Überfälle: Denn nach der Wende in der DDR war er vom Offizier zum Bauunternehmer geworden, den westdeutsche Geschäftspartner gnadenlos betrogen hatten. Um nun aber dennoch Rechnungen an die von ihm beauftragte Baufirmen zahlen zu können, damit die nicht Pleite gehen würden, wurde Heinz-Otto Hermann zum Bankräuber.

Tickets zum Preis von 9.99 EUR gibt es nur in der SZ-Redaktion, Hauptstraße 4 in Radeberg (Tel. 03528 48995910) oder an der Abendkasse.  

Ort: Amtsgefängnis in der Vorburg

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