Eulenturm, Wehrturm

Von äußeren und inneren Feinden

Kurz nach Errichtung der frühen Burg auf dem Klippenstein, der späteren Hauptburg, umfasste man diese im 13./14. Jahrhundert zum Schutz mit einer zusätzlichen äußeren Wehrmauer samt Verteidigungstürmen. Der auf der Ostseite gelegene Turm ist – anders als der beim Bau des Amtshauses abgebrochene – bis heute erhalten geblieben. Er diente ursprünglich zur Verteidigung des hinteren Eingangs und des Aufgangs zur Hauptburg sowie zur Abwehr von Angriffen vom „Schlossberg“ östlich der Burg.

Bereits in einem Inventarverzeichnis von 1614 ist die Bezeichnung „Eulenturm“ zu finden, die vermuten lässt, dass der Wehrturm die meiste Zeit über ungenutzt war. Das angrenzende Tor lag zunächst in der Südmauer. Zur Verbesserung der Wegeführung wurde es während der Umbauten in den 1770er Jahren an die heutige Stelle versetzt.

Nachdem im frühen 18. Jahrhundert vor allem in der Vorburg Gefängniszellen eingerichtet worden waren, nutzte man ab 1715 auch den „Eulenturm“ als Arrest. Ab etwa 1810 diente der Turm als Wäschetrockenboden für den Torwächter und den Amtsboten des Schlosses, wobei letzterer – wie historische Quellen belegen – zugleich den Platz vor dem Turm als Gemüsebeet nutzen durfte. Auf Grund statischer Probleme musste 1860 mindestens eines der zuvor drei Geschosse des Bauwerks abgetragen werden.

Obwohl nicht mehr vollständig erhalten, ist der Turm ein eindrucksvolles Zeugnis der einstigen Wehrhaftigkeit Klippensteins.