Historischer Gefängnishof

Bereits im frühen 18. Jahrhundert wurden an verschiedenen Stellen im Schloss Gefängniszellen eingerichtet. So nutzte man ab 1715 auch den »Eulenturm« als Arrest.

In den Stallungen der Vorburg wurden 1712 zunächst zwei, 1738 vier weitere Gefängniszellen eingerichtet. In der ehemaligen Stallstube war ein Landsknecht untergebracht, der die Gefangenen zu beaufsichtigen hatte. Außerdem lagerten hier »das Geschmeide zur Verwahrung der Gefangenen und Arrestanten« in Form von »Bein- und Hand-Schellen« und »Hals-Kraußen« sowie diverse Folterinstrumente.

Der Gefängnishof wurde nach 1873 angelegt. Nach der Reichseinigung wurde das Gerichtsamt zum Amtsgericht. Dem folgten umfangreiche Baumaßnahmen. Die Gefängniszellen in der Vorburg wurden erweitert und innerhalb des vormaligen „Zwingers“ wurde der dreiseitige Gefängnishof angelegt, der an die nördliche Vorburg anschließt.

Das Amtsgericht arbeitete bis 1952 im Schloss. Dann wurde es im Zuge einer sozialistischen Verwaltungsreform aufgelöst. Damit verloren die Gefängniszellen und der Gefängnishof ihre Funktion.

Die moderne Treppe, welche zur Hauptburg führt, entstand 2018. Sie hatte, wie durch Baubefunde belegt ist, Vorgängerbauten. Die letzte Treppe musste wohl dem Gefängnisbau weichen.