Kurfürstliche Reitertreppe

Für Mannschaft und Gesinde verboten!

Die „Fürstentreppe“, auch „Reitertreppe“ genannt, diente ab dem Umbau der Burg zum wettinischen Jagdschloss in der Mitte des 16. Jahrhunderts als repräsentativer Zugang. Sie war in erster Linie der kurfürstlichen Familie und deren Gästen vorbehalten und konnte – wie der zweite Name nahe legt – auch zu Pferde genutzt werden. Die Burgmannschaft musste sich mit dem rückwärtigen Zugang begnügen, der anstelle des alten Burgtores geschaffen worden war.

Auf die Wehrhaftigkeit der Burg und die damit einhergehende Sicherheit wollten die Kurfürsten jedoch nicht verzichten. So wurde die Treppe unterbrochen und ihre beiden Teile mit einer hölzernen Brücke verbunden, die im Verteidigungsfalle abgebrochen werden konnte. Abbildungen belegen, dass diese Brücke noch im 18. Jahrhundert existierte und der Bau eines dauerhaften, aus Sandstein gemauerten Bogens erst später erfolgte.

Das Schlossportal am oberen Ende der Treppe sowie die Fenster an der Südwand der Hauptburg entstammen ebenfalls dem Umbau in der Mitte des 16. Jahrhunderts. Fenster wie auch Portal – dem Geschmack ihrer Zeit folgend in Renaissanceformen gestaltet – sind bis heute erhalten geblieben. Einzig der Dreiecksgiebel über dem Portalgesims, dessen Aussehen durch eine historische Zeichnung überliefert ist, fiel in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts erneuten Umbauten zum Opfer. Die zu jener Zeit am Fuße der Reitertreppe errichteten Stallungen und Futterdepots wurden im 20. Jahrhundert abgetragen.