Stadtseitiges Tor

Vom Burgtor zum Schlosstor

Die äußere Umfassungsmauer der Burg Klippenstein besaß im 13./14. Jahrhundert zwei Hauptportale. Das zur Stadt Radeberg hin gelegene ist in seiner ursprünglichen Lage bis heute erhalten. Die Form hingegen wurde über die Jahrhunderte mehrmals verändert.

In der Frühzeit der Burg präsentierten die jeweiligen Herrscher in den Wandnischen über dem Tor ihre Wappen. Unmittelbar rechts neben dem Portal stand in der Südwestecke der Ummauerung ein Wehrturm. Eine von links schräg auf den Burgzugang gerichtete Maueröffnung diente zur Verteidigung der Anlage.

Mitte des 16. Jahrhunderts ließen die in Dresden residierenden Wettiner die mittelalterliche Burg Klippenstein zu einem herrschaftlichen Jagdschloss umbauen. In dieser Zeit entstand auch das bis zum heutigen Tage vorhandene Rundbogenportal. Die darüber liegenden Wandnischen wurden vermauert. Stattdessen schmückte nun ein Gesims mit Dreiecksgiebel den Eingang, welches seitlich auf Säulen oder Pilastern aufgelegen haben muss. Links vom Portal entstand die Vorburg als Wirtschaftsgebäude, auf der rechten Seite rund 50 Jahre darauf ein Amtshaus. Beide Gebäude waren anfangs nur durch einen hofseitigen Wehrgang über dem Portal verbunden, da eventuell von den Stallungen ausgehende Feuer das Amtshaus nicht gefährden sollten.

In der 2. Hälfte des 18. Jahrhunderts wurde der schmale Gang zu Wohnräumen erweitert. Dabei stand der Portalgiebel den neuen Fenstern im Weg und musste abgebrochen werden. Das Hauptportal erhielt somit seine heutige schlichte Form. Der ursprünglich zur Verteidigung angelegte Mauerdurchbruch wurde erst im späten 19. Jahrhundert durch ein Doppelfenster ersetzt.