Festsaal Schloss Klippenstein

Schicksalhafte Saiten IV: Ilse Weber

Ilse Weber mit ihrer Laute, 1928, Quelle: Kingston Ostrava Group & Archiv des Jüdischen Museums Prag, Nachlass von Hanuš Weber; Inv. Nr. 76527 Jüdisches Museum Prag, Inv. Nr. 76527

Eine Veranstaltung der Reihe „Via Regia – jüdisch – unterwegs“ im Rahmen des Themenjahres „TACHELES – Jahr der jüdischen Kultur in Sachsen 2026“

Briefe, Gedichte, Prosa und Lieder von Ilse Weber legen Zeugnis von ihrem schriftstellerischen Talent ab, aber auch von ihrem Schicksal und dem ihrer jüdischen Familie in der Zeit vor und während der Shoa. In einer musikalischen Lesung verwebt die Schauspielerin Sibylle Kuhne Webers Oeuvre mit ihren biographischen Stationen und lässt so das Publikum die Gedanken und Gefühlswelten der deutschtschechischen Schriftstellerin nachfühlen. Musikalisch wird Sibylle Kuhne von Lewin Krumpschmid begleitet. Eine Kurzeinführung zu Ilse Weber und warum auch Spuren von ihr nach Sachsen führen, gibt Provenienzforscherin Elisabeth Geldmacher (SLUB Dresden).

Die jüdische Schriftstellerin und Liedermacherin Ilse Weber (1903–1944) gehört zu den eindrucksvollsten Stimmen aus dem Ghetto Theresienstadt. Als Dichterin, Sängerin und Mutter schrieb sie dort Gedichte und einfache Lieder, mit denen sie kranke und verängstigte Kinder tröstete. Oft begleitete sie sich selbst auf der Gitarre. Zu ihren bekanntesten Liedern gehört das Schlaflied „Wiegala“, dass sie für die Kinder der Krankenstation schrieb.

Diese Lieder wirken schlicht, beinahe wie Kinderlieder, und tragen doch die ganze Erfahrung von Verlust, Angst und Hoffnung in sich. Als 1944 die Kinder aus der Krankenstube nach Auschwitz deportiert wurden, weigerte sich Ilse Weber, sie allein zu lassen. Sie begleitete sie freiwillig in den Transport. Dort wurde sie zusammen mit ihrem Sohn ermordet. Zeugnisse berichten, dass sie auf dem Weg in die Gaskammer sang, um die Kinder zu beruhigen.

Ilse Webers Gedichte und Lieder überlebten den Krieg – verborgen und später wiederentdeckt. Heute gelten sie als leise, aber eindringliche Zeugnisse menschlicher Würde und künstlerischer Kraft unter unmenschlichen Bedingungen.

Mitwirkende:
ELISABETH GELDMACHER Einführung
SIBYLLE KUHNE Lesung
LEWIN KRUMPSCHMID Klavier

Das Programm "Schicksalhafte Saiten" ist eine musikalische Lesungsreihe im Rahmen des sächsischen Themenjahres TACHELES 2026. Es beleuchtet das Werk verfolgter jüdischer Schriftsteller und Musiker.

Eintritt: 15 € / Ermäßigungsberechtigte haben freien Eintritt
An der Abendkasse ist nur Barzahlung möglich.

Zu den Tickets

In Kooperation mit "Kommen und Gehen" – Das Sechsstädtebundfestival! e. V. und der Sächsische Landesbibliothek – Staats- und Universitätsbibliothek Dresden (SLUB)

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