Chronik des Museums

1898

Erste Bemühungen zur Einrichtung eines städtischen Museums durch Herrn Gotthold Winter, Vorstand des Radeberger Hausbesitzervereins.

Antrag zur Einrichtung eines städtischen Museums
Antrag zur Einrichtung eines städtischen Museums

1899

Die Ortsgruppe Radeberg des Vereins für Sächsische Volkskunde wird gegründet, welcher auch Gotthold Winter angehört.

1903

Nach den ersten Schritten zur Gründung eines Radeberger Ortsmuseums setzt sich die Ortsgruppe die Sammlung von Gegenständen als besonderes Ziel.

1904

Zur vorläufigen Unterbringung der für das Museum gestifteten Gegenstände wird dem Verein vom Stadtrat der zu dieser Zeit leer stehende Rathaussaal zugewiesen.

1906/07

Dem Antrag der Ortsgruppe, zwei kleine Kellerräume der Nordseite der Mädchenschule (heutige Grundschule Stadtmitte) zur vorläufigen Aufstellung der Sammlungen nutzen zu dürfen, wird vom Stadtrat stattgegeben. Dadurch kann das Ortsmuseum von nun an von Interessenten besichtigt werden.

1922

Der Verein für Sächsische Volkskunde (und somit auch die Ortsgruppe Radeberg) bekommt durch Geldentwertung und nachlassende Unterstützung seitens Stadt und Gemeinden zunehmend finanzielle Schwierigkeiten.

Gegenstände aus dem Radeberger Stadtmuseum werden dem Landesverein Sächsische Heimatkunde überlassen. In einem Dankesschreiben heißt es: "Wir bitten noch um das Waldzeichen, das in einem Hausgebälk der Stadt Radeberg gefunden wurde, sowie um die 2 Hausschankzeichen. Unsere Beziehungen zu Radeberg würden es ermöglichen, Ihrem Museum einen geeigneten Raum zu verschaffen. Vielleicht können wir Ihnen nach unserer Ausstellung im April in irgendeiner Weise helfen."

Das in diesem Schreiben erwähnte Waldzeichen sowie die Hausschankzeichen sind in unserem heutigen Museum zu besichtigen.

Waldzeichen
Waldzeichen

1925

Aus der Ortsgruppe entwickelt sich der eigenständige "Verein für Volks- und Heimatkunde Radeberg". Die Museumssammlung wird weiterhin notdürftig betreut, geeignete Räumlichkeiten sind nicht in Sicht.

1940

Die Sammlung des Vereins für Volks- und Heimatkunde Radeberg wird, abgesehen von drei Schränken, aus dem Keller der Mädchenschule geräumt und in einem Raum des Amtsgerichts untergebracht, da der bisherige Raum zum Ausbau eines Luftschutzraumes benötigt wird.

1942

Auf Verlangen der Wehrmacht werden die Schränke mit heimatkundlichen Funden aus der Mädchenschule entfernt und in das Nebengebäude des Stadtsteueramtes verlagert.

1943

Auch der Raum im Amtsgericht muss geräumt werden, da er zur Unterbringung bombengeschädigter Personen verwendet werden soll.

Die Mitglieder des Vereins für Volks- und Heimatkunde Radeberg entscheiden sich für die Übergabe der Sammlung an die Stadt und für die Auflösung des Vereins.

Schlussversammlung von 1943
Schlussversammlung von 1943

1945

Unterbringung der Sammlung in den Bodenräumen der Brauereivilla.

1947/ 48

Die Sammlung wird von der Brauereivilla wieder in Räume des Rathauses umgelagert, nachdem die Sowjetische Kommandantur das Rathaus an die Stadtverwaltung zurückgegeben hat.

1952

Nach Auflösung des Amtsgerichts Radeberg werden die frei gewordenen Räume für die Einrichtung eines Heimatmuseums zugewiesen.

1953

Nach intensiver Sammlung von Museumsgut (u.a. aus dem Bestand des Vereins für Sächsiche Volkskunde Radeberg, Gegenstände aus den Schlössern Wachau und Seifersdorf, Spenden, Leihgaben und Käufe) wird am 20. Dezember 1953 das Heimatmuseum Radeberg eröffnet. Es können die Eingangshalle mit der Geweihsammlung und drei Räume (Kaminzimmer, Hofe-Stube und Hinterzimmer) mit der Abteilung 18. Jahrhundert der Öffentlichkeit übergeben werden.

1954

Am 1. Januar 1954 beginnt Herr Rudolph Limpach seine Tätigkeit als Museumsleiter.

Drei weitere Räume (Empire-Zimmer, Langbeinzimmer, Bauernstube) mit der Thematik „Die Zeit 1800‑1835“ und das Turmzimmer mit der Thematik „Die Zeit 1840‑1860“ werden der Öffentlichkeit übergeben.
Außerdem ist das Thema „Glas“ in Vorbereitung, da Radebergs Industrialisierung eng mit der Glasherstellung und -verarbeitung verbunden ist.

Erste Ausstellung im Schloss
Erste Ausstellung im Schloss

1955-57

Die ehemaligen Gefangenenzellen in der Vorburg werden für Ausstellungszwecke ausgebaut. 1956 werden zwei Räume fertig gestellt, in denen eine geologische Sammlung präsentiert wird. Weitere vier Räume dienen 1957 zur Präsentation der vorgeschichtlichen Abteilung. Im Turmzimmer finden Wechselausstellungen statt, es wird in dieser Zeit mehrfach umgruppiert.

1970er Jahre

Die bauliche Substanz des Schlosses verfällt zusehends. Besonders betroffen ist die Vorburg. Die dortigen Museumsräume müssen geschlossen werden und das Museumsgut wird ausgelagert.

1985

Einsturz von 7 m der Fürstenreittreppe am Ostermontag, den 9. April 1985.

31.12.1990

Herr Rudolph Limpach beendet als 70‑Jähriger seine berufliche Laufbahn. Der Aufbau und die Leitung des Radeberger Heimatmuseums wurden offensichtlich zu seiner Lebensaufgabe.

1993

Am 1. Januar 1993 beginnt Frau Katja Altmann ihre Tätigkeit als Museumsleiterin.

Aufgrund umfangreicher Sanierungsarbeiten im Schloss muss das Museum zeitweilig geschlossen werden.

Sanierungsarbeiten im Schloss
Sanierungsarbeiten im Schloss

1994

Wiedereröffnung des Museums im Mai.

2005–2008

Auf einer Fläche von reichlich 200qm entsteht im unteren Stockwerk des Schlosses eine völlig neue, modern gestaltete Dauerausstellung. Sie verweist auf die Architektur- und Nutzungsgeschichte des Hauses; dabei ist die Schlossanlage selbst das bedeutendste Exponat des Museums. 
Die Schwarze Küche und die angrenzende Schatzkammer im Südflügel der Hauptburg sind mit wertvollen Objekten aus der Historie des Schlosses das Herzstück der neuen Ausstellung. Die daran anschließenden Räume gewähren einen Einblick in die wechselvolle Geschichte Radebergs von der Stadtgründung bis zur Mitte des 19. Jahrhunderts. Anhand wichtiger Belege wird die vielfältige Entwicklung der Industriestadt Radeberg exemplarisch vorgestellt.

Neue Dauerausstellung
Neue Dauerausstellung

2009

Einweihung des Besucherleitsystems

2011

Verleihung des Sächsischen Museumspreises - Spezialpreis 
am 21. November in Dresden durch
 Prof. Dr. Dr. Sabine Freifrau von Schorlemer, Sächsische Staatsministerin für Wissenschaft und Kunst

Die Jury begründete ihre Entscheidung mit der "lebendigen Museumsarbeit" und den "anspruchsvollen kulturellen Angeboten" des Museums Schloss Klippenstein. Laudator Thomas Bille würdigte zudem die familienfreundliche Gestaltung des Hauses.

Bei allen, die uns bei der Verwirklichung unserer Vorhaben mit Rat und Tat unterstützt haben, bedanken wir uns herzlich!

2012

Anlässlich des 600-jährigen Jubiläums des Stadtrechts von Radeberg wird im März die Schauwerkstatt Historische Böttcherei feierlich eröffnet. In den Räumen der einstigen Torwärterstube des Schlosses gestalteten der Böttcher Joachim Paulick und sein Bruder Eckhard Paulick viel Liebe zum Detail einen Nachbau der Werkstatt ihrer Vorfahren.

Schauwerkstatt Historische Böttcherei
Schauwerkstatt Historische Böttcherei

2015

Die neue Dauerausstellung zur Radeberger Industriegeschichte wird unter dem Titel „Industriestadt Radeberg“ am 9. April feierlich eröffnet.  

Mehr als 500 Exponate sowie Bilder und Texte geben in der interaktiv gestalteten Schau Auskunft über die Geschichte der industriellen Entwicklung Radebergs. Sie unterstreichen die Bedeutung der sächsischen Kleinstadt als Industriestandort von der Mitte des 19. Jahrhunderts bis in die heutige Zeit.