Kurfürst Moritz von Sachsen

Moritz von Sachsen (1521–1553) erwarb seinem albertinischen Familienzweig nicht nur die Kurwürde und weite Teile der vormals ernestinischen Herrschaftsgebiete. Auf den wohl wirkungsmächtigsten Wettiner gehen auch entscheidende Fortschritte bei der „Verämterung“ des Landes im allgemeinen und der Radeberger Entwicklung im besonderen zurück. 

Nach dem Sieg im Schmalkaldischen Krieg (1547) befahl der junge Kurfürst die einheitliche und flächendeckende Anlage sogenannter Erbbücher der Ämter, in denen alle Einkommen, Rechte und Besitzungen verzeichnet werden sollten. Mit diesem in seiner Umfänglichkeit und Detailliertheit reichsweit einzigartigen Komplex der Amtserbbücher gab Moritz von Sachsen den Lokalbehörden seines Herrschaftsgebietes ein bestechendes Verwaltungsinstrument zur Hand und schloß damit den jahrhundertelangen Prozeß der Amtswerdung ab. 

In Radeberg befahl Moritz den Ausbau der Burg zum modernen Schloss, der zwischen 1543 und 1546 vollzogen wurde. Häufigere, auch längere Aufenthalte des Wettiners in dem zu Jagd- und Erholungszwecken gern besuchten Schloss Klippenstein brachten dem Ort Radeberg eine vorher und nachher nicht mehr erreichte residenzielle Bedeutung.